Ein Klimaschutzkonzept für Visselhövede ist in Arbeit und du sollst deine Ideen einbringen.
Am 30. November hat Klimaschutzmanagerin Vanessa Reckemeyer in das Haus der Bildung eingeladen, um über den aktuellen Stand des Klimaschutzkonzeptes zu informieren. Die Datensammlung für die Bestandsaufnahme ist inzwischen abgeschlossen und die Beteiligung der Öffentlichkeit ist nun nächste Schritt. Nun geht es nämlich darum, Maßnahmen zu identifizieren, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Und das auch mit Unterstützung un Ideen der Miterbürger:innen.

Dipl.-Geographin Anja Neuwöhner von der EKP Energie-Klima-Plan gGmbH hat die ersten Berechnungen basierend auf den Visselhöveder Zahlen präsentiert, welche in Zusammenarbeit der Firma getätigt wurden. Alle Auswertungen für das Konzept beziehen sich dabei auf die Werte aus 2019, da die Jahre danach durch Corona und schwankende Energiepreise nicht repräsentativ gewesen wären. Besonders positives konnte sie über den Stromverbrauch berichten, bei welchem Visselhövede in vielen Punkten besser als der Bundesdurchschnitt ist.



Wir sind weit vorne beim erneuerbaren Strom. Erneuerbar heißt aber nicht klimaneutral. Im kompletten Klimaschutzbericht wir dann auch der C02-Ausstoß der Biogasanlagen berücksichtig werden müssen. Und Strom ist auch nicht alles. Wie auch auf Bundesebene, muss noch ein größeres Augenmerk auf Verkehr und Gebäude gelegt werden, wo weiterhin viel zu viel auf fossile Energien gesetzt wird.

Mit 34% erneuerbarer Wärme liegt Visselhövede hier zwar auch über dem Bundesdurchschnitt von nur 15%, aber nur weil die Leistung anderer ungenügend ist, ändert das das eigene mangelhafte Verhalten nicht. Und genau solche Punkte müssen identifiziert werden im Konzept und Maßnahmen gefunden werden, um sie schnellstmöglich auszugleichen. Dabei kann die Stadt an vielen Stellen ihren Einfluss spielen lassen, aber auch die Anwohner:innen sind gefragt ihre Ideen einzubringen.

Als erster Schritt ist dafür eine Ideenkarte online gestellt, auf der bis zum 31. Januar alle möglichen Orte in Visselhövede mit Ideen zum Klimaschutz markiert werden können. Außerdem kann man die Ideen von anderen Bürger:innen positiv oder negativ bewerten, um ihnen einen höheren Rang in der Übersicht zu verleihen.
Nach Abschluss der Frist werden dann alle Ideen gesichtet und die besten Vorschläge sollen direkt mit in das Klimaschutzkonzept einfließen. Eine super Möglichkeit ein Teil der Lösung zu werden. Und wer etwas Inspiration braucht, kann einfach mal einen Blick auf die bereits abgeschlossene Karte aus Fintel werfen.
Es ist wichtig, dass wir alle zusammen arbeiten, denn der Klimaneutralitätswandel muss schneller passieren als der Klimawandel und das funktioniert nur gemeinsam. Das Klimaschutzkonzept wird dabei auf Klimaneutralität bis 2040 angelegt. Bürgermeister André Lüdemann hatte im Wahlkampf mehrfach von seinem Ziel gesprochen, eine der ersten klimaneutralen Städte Deutschlands zu werden und das Jahr 2028 erwähnt. Deswegen braucht es nun schnelles Handeln und ambitionierte lokale Maßnahmen. Einige Aktionen laufen auch schon. Drei dieser Projekte wurden am Abend vorgestellt.

Wer weniger verbraucht, verbraucht weniger schädliches. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale ist also ein super Anlaufstelle um selbst einmal zu schauen, was man tun kann. Das Angebot ist kostenfrei, unabhängig vom wirtschaftlichen Interesse des lokalen Heizungsverkäufers oder Stromanbieters und wird begleitet von echtem Fachpersonal wie dem Visselhöveder Dip. Ing. Architekt Enno Precht.
Stellen gibt es in Walsrode und Rotenburg, welche jeweils einen Tag in der Woche geöffnet haben. Termine bekommt man über die Webseite der Verbraucherzentrale oder die kostenfreie Hotline und bei den möglichen Beratungsthemen geht es vor allem um:
- Storm sparen im Haushalt
Sparsame Haushaltgeräte, Energielabel, Stromanbieterwechsel - Gesundes Raumklima
Richtiges Lüfen, Schimmel - Energie sparen als Mieter:in
Heizungskostenabrechnung, Heizungsoptimierung, Gasanbieterwechsel

In Riepholm beginnt nächstes Jahr der Bau einer Agri-Photovoltraik-Anlage – eine Kombination von Landwirtschaft und Energieerzeugung. Dabei wird 90% der vorgesehenen Fläche von 15 ha weiterhin für den Biohof Wilkens als Ackerland bewirtschaftet. Die restlichen 10% werden für PV-Module genutzt unter denen dann zusätzlich eine artenreiche Begrünung stattfindet.
Das ist ein Win-Win-Win für die Familie Wilkens, die Natur und im erweiterten Sinne auch für Visselhövede selbst. Der Biohof kann weiterhin ihrer landwirtschaftlichen Tätigkeiten nachgehen. Der Naturbelassene Raum unter den PV-Modulen gibt neuen Raum für wilde Flora & Fauna. Und die Anlage wird insgesamt den Stromverbrauch von 3.000-4.000 Haushalten abdecken können, laut Olaf Wilkens.
Visselhöverder:innen können sich außerdem an diesen Projekt finanziell beteiligen, um dann Anteilig den Gewinn der Energieerzeugung zurückzuerhalten. Dazu soll man sich entweder direkt bei den beiden melden oder sich an die zur Zeit in Gründung befindliche Bürgerenergiegenossenschaft anknüpfen, mit welcher – so die Hoffnung der beiden – auch eine Kooperation zustande kommen wird.

Harald Gabriel stellte die Arbeit von Vissel for future vor.
“ Klimaschutz heißt nicht nur schnellstmöglich fossile Energie zu ersetzen, sondern wir müssen auch grundlegen unseren nicht nachhaltigen Lebensstil ändern.“ so Harald Gabriel.
Es geht uns darum hier vor Ort erste kleine Schritte für das Klima zu tun und den Klimaschutz zu einem Topthema in der Stadt zu machen. Zu unseren besten Aktionen des Jahres gehören unter anderem:
- Unsere Diskussionsrunde zur Zukunft der Innenstadt
- Teilnahme an den globalen Klimastreiks von Fridays for Future
- Eröffnung unserer Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt „Rad & Tat“
- Vorträge zu Gesundheit und Landwirtschaft im Klimawandel
Ein super Abend. Spannend zu sehen, dass das Thema Klimaschutz nun endlich offiziell in unserer Kleinstadt angegangen wird. Schön, dass allen Personen die Möglichkeit gegeben wird sich einzubringen. Das motiviert echt etwas zu tun. Einfach irgendwie irgendwas starten und los geht es in Richtung besserer Zukunft für uns alle.
Auch Motiviert etwas zu tun?
Meld dich einfach mal, oder komm zu einem unserer offenen Kennenlerntreffen – jeden zweiten Donnerstag im Monat und komplett ohne Druck. Gerne nur mal schauen, was so passiert 🙂
Weitere Beiträge zum Thema:
- Echte Stromsparer leben an der Vissel – Kreiszeitung; 01.12.2023

