Weniger mit Niko Paech

Glücklich ist nicht wer viel hat, sondern wer wenig braucht.

Ein ewiger Anstieg der Wirtschaft ist unmöglich. Wir können nicht immer mehr mehr mehr. Irgendwie müssen wir uns von diesen Vorgaben lösen. Prof. Dr. Niko Paech hat nicht nur das Buch zum Thema geschrieben, sondern die Bücher. Wir haben es geschafft ihn nach Visselhövede zu locken, damit er uns erzählt, wie wir diesen Wandel gestalten können – den Wandel zur Postwachstumsökonomie.

Nur zuhören wollen wir aber nicht. Wir können selbst teil des Wandels sein. Rund um den Vortrag gab es deswegen die erste Messe mit ökologischen Anbieter:innen und Akteur:innen rund um Visselhövede.

Ein ständiges Wirtschaftswachstum auf einem begrenzten Planeten ist eine Sackgasse.
– Harald Gabriel (Vissel for future)

Interview: „Vissel for future“ lädt zum Vortragsabend mit Niko Paech, Kreiszeitung; 29.05.2022

Ein Thema, das auf den ersten Blick ziemlich trocken und theoretisch wirken kann, hat so am ersten Junitag überraschend viele Vissler:innen in das Haus der Bildung gelockt. Es war bemerkenswert zu hören, wie es ein Wirtschaftswissenschaftler und Nachhaltigkeitsforscher schafft, große Konzepte anhand von kleinen Beispielen deutlich zu machen.

Die Frage ist, ob wir die Weichen für die Zukunft endlich freiwillig neu stellen wollen ober ob wir von weiteren Krisen und Katastrophen dazu gezwungen werden.
– Harald Gabriel (Vissel for future)

Interview: „Vissel for future“ lädt zum Vortragsabend mit Niko Paech, Kreiszeitung; 29.05.2022

Besonders gut schafft Niko Paech es auch die Verantwortung einzelner hervorzuheben. Wenn man Menschen fragt, ob mehr für Nachhaltigkeit getan werden muss, dann stimmen gerne alle zu und haben große Ideen. Wenn man Menschen fragt, was sie selbst für eine nachhaltigere Lebensweise tun, werden die deutlich Antworten kürzer.

Ein Systemwandel, der schnell genug unsere Probleme löst, muss weiterhin von oben ausgeführt werden. Ein solcher Systemwandel wird aber immer von unten angestoßen, durch einzelne Personen, die es einfach tun! Während wir also Druck auf Politik, Wirtschaft und Wachstumsdrang ausüben, müssen wir auch selber einen Wandel vollziehen. Ein anstrengender Gedanke, der aber auch motivieren kann.

Und dann bitte kein schlechtes Gewissen entwickeln, sondern einen kleinen ersten Anfang machen.
– Isa Roth (Vissel for future)

Interview: „Vissel for future“ lädt zum Vortragsabend mit Niko Paech, Kreiszeitung; 29.05.2022

Wenn nicht an der steigenden Wirtschaft, wie misst man denn dann den Erfolg der Gesellschaft? Können Menschen weniger arbeiten, wenn sie weniger brauchen? Was macht man dann mit der ganzen neuen Freizeit? Weißt du wie man eine Hose flickt?

Nach einer wirklich guten offenen und abschließenden Fragen- und Diskussionsrunde, ist Niko Paech dann auch schon wieder verschwunden. Mit einem Satz ist er durch eins der großen offenen Fenster und weiter mit schnellen Schritten in Richtung Bahnhof. Zurückgelassen hat er viele wissensgierige Visselhöveder:innen, aber das gehörte natürlich von Anfang an mit zu unserem Plan.

Durch unsere Messe von nachhaltigen Angeboten gab es vor und nach dem Vortrag die Chance einiges Neues – oder in diesem Fall Gebrauchtes – kennenzulernen und Ideen zu bekommen, wie man seinen eigenen Beitrag leisten könnte.

‚Ich brauche keine neue Hose, ich habe meine alte selbst geflickt‘ – das ist die radikalste Systemkritik.
– Niko Paech

Niko Paech über Post-Wachstums-Ökonomie, Barbarei & Nachhaltigkeit; Jung & Naiv, 17.03.2019 (Folge 405)

Wie man Dinge länger nutzt, konnte man erfahren von unserer Arbeitsgruppe Repair-Café, der Nähwerkstatt, des Gebrauchtwarenladens Anziehungspunkt oder des Secondhand-Ladens für Kindersachen vom Simbav. Einblicke in eine nachhaltigere Ernährung wurden angeboten vom Riepholmer Modellacker, der Regio Challange Initiative, der Visselhöveder Tafel und dem Schulbauernhof ackern & rackern. Außerdem haben Gruppen wie der Kneippverein ihr Programm vorgestellt, das viele Visselhöveder:innen auch allgemein näher zusammenbringt.

Ein echt motivierender und lehrreicher Redner. Eine super produktive und interessenweckende Atmosphäre. Eine großartige Gruppe von Zuschauer:innen und Aussteller:innen. Mehr kann man sich wirklich nicht wünschen. Mehr brauchen wir auch nicht. Weniger brauchen wir.

Rundum also ein voller Erfolg und hoffentlich etwas, das wir in Zukunft wiederholen können.

Wir lieben neue Ideen. Sprich uns an. Sei dabei.

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