Mit Schulnote 3,8 hat Visselhövede im Fahrradklima-Test nur eine „ausreichende“ Leistung erzielt.
Seit 1998 führt der ADFC ihre Umfrage zur Fahrradfreundlichkeit in Deutschland durch. In 2024 hat Visselhövede mit 71 Teilnehmer:innen zum ersten Mal die Mindesteilnehmeranzahl überschritten. Nun gibt es die Ergebnisse, welche – so die Hoffnung des ADFC – „die Kommunen gezielt für Verbesserungen in der Infrastruktur nutzen können“.
Visselhövede fällt in die Ortsgrößenklasse bis 20.000 Einwohner:innen. Hier belegen wir den Platz 168 von 423. Also die obere Hälfte. Was aber auch daher kommt, dass die Ergebnisse fast überall noch zu wünschen übrig lassen. Niedersachsen hat insgesamt ebenfalls nur eine 3,8 und ganz Deutschland liegt noch darunter mit einer 3,92 – was aber immerhin eine Verbesserung zur 3,96 aus 2022 ist.

Visselhövede liegt also in der Mitte dieser schlechten Ergebnisse, doch auch in der Mitte gibt es positive und negative Kategorien. Gemeinsam mit den Ergebnissen der einzelnen Orte, liefert der Fahrradklima-Test auch einen Vergleich zur Durchschnittsnote der jeweiligen Ortsgrößenklasse. In 11 von 27 Kategorien schneidet Visselhövede schlechter ab als der Durchschnitt und in 14 besser.

Die Top 3 besten Kategorien in Visselhövede beschreiben alle das allgemeine Fahrgefühl. Wir scheinen mehr Spaß beim Radfahren zu haben als die Menschen anderswo und uns dabei ebenfalls sicherer zu fühlen – egal wie alt oder jung. Das ist absolut schön zu sehen und zeigt Potential, welches man zur Verkehrstransformation nutzen sollte.

Die Flop 3 – also die schlechtesten Kategorien im Vergleich zum Durchschnitt – zeigen, dass dieses Potential nicht genutzt wird. Visselhöveder:innen sehen keine ausreichende Fahrradförderung. Die Radwege werden als zugewachsen und voller Hindernisse bewertet. Und besonders bei der Oberfläche der (Rad)wege schneidet Visselhövede im Vergleich sehr schlimm ab – eine halbe Note schlechter als der Durchschnitt.
Das ergibt Sinn, denn einem schießen direkt einige Wege in den Kopf, an denen schon längere Zeit eins der allseits bekannten ‚Radwegschäden‘-Schilder steht. Wer von der Kirche in Wittorf bergab nach Visselhövede fährt, muss genau wissen, welche der Steinplatten zu Rampen hochgedrückt sind. Und auch der Fahrradweg an der Verdener Straße in Richtung Paterbusch bietet gute Chancen für Schmerzen an beiden Pobacken, durch die vielen Wurzelwellen.
Sobald man für ein Problem ohne große Nachdenkzeit ein aktuelles und schon langfristig bestehendes Beispiel findet, ist das einfach ein schlechtes Zeichen. Das spiegelt sich auch im Ranking der Wichtigkeit wieder. Neben den einzelnen Kategorien selbst konnte man abschließend nämlich auch noch die Wichtigkeit dieser bewerten.

In den Top 4 findet sich hier drei Themen, die sich auf den Zustand der Radwege beziehen. Visselhöveder:innen wären anscheinend schon glücklicher, wenn man sich einfach sicher auf gepflegten Fahrradwegen fortbewegen könnte.
In 2026 wird sehr wahrscheinlich die nächste Umfrage stattfinden. Bis dahin haben wir zeit uns zu verbessern.
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Damit die nächste Umfrage zu einem besseren Ergebnis kommt, sammeln wir Probleme, um daraus Verbesserungen abzuleiten und einzufordern. Mach mit.
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